16mm-Filme wurden auf zwei unterschiedlichen Trägermaterialien hergestellt: Zellulosetriacetat, verwendet von 1923 bis in die Neunziger, und Polyester, das ab den 1990ern zum Einsatz kam. Acetatbasiertes 16mm-Material leidet unter dem berüchtigten Essigsäuresyndrom – derselbe chemische Zerfallsprozess, der auch 8mm und Super 8 betrifft. Dabei setzt die Acetatbasis beim Abbau Essigsäure frei, der Film zieht sich zusammen und wellt sich unschön, bis er schließlich weder im Projektor noch im Scanner verwendbar ist. Die meisten privaten und professionellen 16mm-Filme aus den Zwanzigern bis Achtzigern sind acetatbasiert und damit hochgradig gefährdet, besonders wenn sie in feuchten Kellerabteilen in Wiener Gemeindebauten gelagert wurden.
Die Farbmaterialien für 16mm waren meist robuster als die billigeren 8mm-Formate für den Hausgebrauch. Ein Großteil des privaten 16mm-Materials, das bei uns eintrifft, wurde auf hochwertigen Filmen wie Kodachrome oder Ektachrome gedreht, die wesentlich langsamer ihre Farben verlieren als die einfacheren Farbmaterialien. Doch selbst über 50 bis 80 Jahre hinweg büßt selbst das hochwertigste Filmmaterial an Farbkraft ein und neigt dazu, einen Magentastich oder Gelbschleier anzunehmen.
16mm hat eine spezielle Herausforderung, die 8mm nicht kennt: die Tonspur. Viele 16mm-Rollen haben den Ton unmittelbar auf dem Filmstreifen festgehalten – entweder als optische Spur (entweder Variable-Area oder Variable-Density) direkt neben dem Bildbereich oder als aufgeklebter Magnetstreifen. Diese Magnetstreifen sind jedoch heikel, neigen zum Abblättern und erfordern spezielle Abspielgeräte zur Tonwiedergabe. Viele gängige Heimdigitalisierungsdienste ignorieren die Tonspur gänzlich oder nehmen sie nur unzureichend auf, was besonders bei historischen ORF-Aufnahmen schmerzlich ist.
Das vierte Problem, das alle Schmalfilmformate betrifft, sind die Abspielgeräte. Die letzten 16mm-Projektoren wurden Anfang der Neunzigerjahre hergestellt, und Ersatzteile sind inzwischen so selten wie Schnee im Hochsommer. Die für Archive gedachten professionellen Schmalfilmscanner kosten oft über 50.000 Euro – die meisten Digitalisierungsanbieter haben solche Geräte schlichtweg nicht in ihrem Besitz.