Standard-8mm-Film, gefertigt aus Zellulosetriacetat, war ursprünglich nicht darauf ausgelegt, ein ganzes Jahrhundert zu überdauern. Im Laufe der Jahrzehnte leidet die Acetatbasis unter einem chemischen Abbau, bekannt als „Essigsäuresyndrom“, erkennbar am unverkennbaren Essiggeruch, der während des Zerfallsprozesses entsteht. Die freigesetzte Säure beschleunigt diesen Verfall noch weiter – einmal eingesetzt, ist das Essigsäuresyndrom leider unaufhaltsam. Der Film wird zusehends spröde und schrumpft ungleichmäßig, was ihn schließlich unbrauchbar für Projektoren oder Scanner macht.
Das gängige Farbfilmmaterial für Heim-8mm-Aufnahmen, insbesondere Kodachrome 25 (im Einsatz von ca. 1935 bis 2009), hat seine ganz eigenen Tücken. Kodachrome war einst berühmt für seine Farbstabilität bei dunkler Lagerung. Doch schon bei kurzer Lichteinwirkung während der Projektion begann die Farbstoffkuppler-Chemie langsam zu reagieren, wobei die Cyan-Schicht als erste verblasste. Das Resultat ist der typische Magenta- oder Rotstich, der heute so oft auf alten 8mm-Filmen zu sehen ist, wenn sie vorgeführt werden.
Ein drittes Problem des Standard-8mm-Films, das bei Super 8 nicht auftritt, betrifft den Kameramechanismus. Standard 8 nutzte ein „Doppel-8“-Format: ein 16mm breites Filmmaterial mit Perforation in der Mitte, das in zwei Durchgängen belichtet (jede Hälfte separat) und anschließend während der Entwicklung der Länge nach geteilt wurde. Die komplexere Mechanik von Kamera und Projektor im Vergleich zu Super 8, und die anfällige Zementklebestelle, die die beiden Hälften verbindet, sind oft die Schwachstellen alter 8mm-Rollen.
Zuletzt ist die Schwierigkeit der Wiedergabetechnik zu nennen. Die Produktion von 8mm-Projektoren endete in den frühen 1990er Jahren, und Ersatzteile sind heute rar und teuer. Auch Ersatzlampen sind kaum noch zu finden. Viele private 8mm-Projektoren wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gewartet und stellen beim Betrieb ein Sicherheitsrisiko dar – ein klemmender Film in einem überhitzten Projektor kann schmelzen oder gar Feuer fangen.